von-bigdata-zu-anforderungen-im-zyklus-2

2. September 2020 | 18:00-20:00 Uhr

Von BigData zu Anforderungen – im Zyklus!

Berner Fachhochschule BFH, Wirtschaft, Brückenstrasse 73, 3005 Bern

Andrea K. ist ein «Zahlenmensch» und kennt daher alle Telefonnummern von Freunden und Bekannten auswendig, weiss wie die Ausgaben für den täglichen Bedarf zu optimieren sind und kocht exakt so viel Teewasser, wie für ein feines Tee benötigt wird. Es erstaunt deshalb nicht, dass Andrea K. auch im beruflichen Alltag immer nach Optimierungsmöglichkeiten Ausschau hält. Für die Produkte, für die Andrea K. als Produktmanager verantwortlich ist, fallen im laufenden Betrieb viele Daten an, welche aus rein rechtlichen Gründen erhoben und gespeichert werden. «Aus so vielen Daten lassen sich bestimmt Anforderungen für bestehende Produkte oder sogar neue Produktideen herleiten!», denkt sich Andrea K. und beschliesst das Thema mit einer befreundeten Datenanalystin zu besprechen.

Wie finden wir auf Grund der Analyse von Daten neue Anforderungen an unsere Produkte? Sind die so gefundenen Anforderungen ebenso zuverlässig wie die in Workshop durch Menschen gesammelten? Welchen Beitrag kann hier KI – Künstliche Intelligenz – leisten? Und was lernen wir daraus für die Zukunft?

In drei Kurzpräsentationen aus aktuellen Produktentwicklungen und Projektarbeiten verschiedener im Thema führenden Unternehmen werden an der BäRN das Thema beleuchten. Kurze Diskussionen und ein Apéro Riche im Anschluss bieten wie gewohnt die Möglichkeit, sich mit vielen interessanten Menschen zu vernetzen und von ihnen inspirieren zu lassen.

Sponsor Sponsor Location Sponsor

Falls die Veranstaltung aufgrund einer COVID-19-Verordnung nicht physisch stattfinden kann, werden wir ein virtuelles Live-Event organisieren.

17:40 Uhr: Türöffnung

18:00 Uhr: Präsentationen

Effiziente Paketzustellung und Machine Learning im Kundencenter – Datenanalyse bei der Post (Post CH AG)
KI im Unternehmen erfolgreich etablieren: Ein Fallbeispiel (Die Mobiliar)
Die Datenbrille: Wie Analytics eine neue Sichtweise auf etablierte Prozesse ermöglicht (CSS Versicherungen)

19:30 Uhr: Apéro Riche & Networking

(falls möglich)


Präsentationen

Effiziente Paketzustellung und Machine Learning im Kundencenter – Datenanalyse bei der Post
Christian Kaiser (Enterprise Architect für den Bereich Data Analytics & AI, Post CH AG)
Martin Lauber (unternehmerisch denkender Data Scientist, Post CH AG)

Pakete werden heute auf verschiedenen Wegen von der Post an ihre Kunden geliefert. Immer häufiger übernimmt diese Arbeit auch der Briefbote. Wir zeigen euch an einem konkreten Beispiel, wie wir Datenanalysen dazu verwenden, die optimalen Transportmittel zu bestimmen und dynamisch zu entscheiden, ob die Lieferung mit Transporter oder durch den Briefboten erfolgt. Pakete kommen damit schneller und effizienter bei unseren Kunden an.

In einem zweiten Beispiel zeigen wir euch, wie wir mithilfe von Machine Learning unsere Kundenmails analysieren und damit aktiv unsere Agenten im Kundencenter bei ihrer täglichen Arbeit unterstützen. Die Analyse während der Entwicklungsphase leistete auch einen entscheidenden Beitrag um die Anforderungen an die betroffenen Systeme und Prozesse besser zu verstehen und zu validieren.

Christian ist seit 6 Jahren bei der Post. Über verschiedene Stationen vom IT Consulting zum Requirements Engineering wurde er Mitglied eines kleines Teams, dass IoT Lösungen für die Post entwirft. Bei der Arbeit mit viel Sensorik hat er seine Neugier und Leidenschaft für Daten entdeckt und ist nun seit 2018 als Architekt für den technischen Ausbau der Analytics & AI Fähigkeiten im Post Konzern verantwortlich.

Martin startete 2018 als IT-Trainee bei der Schweizerischen Post und ist unterdessen Data Scientist im zentralen Analytics Team des Konzerns.
Insights und Lösungen zu finden, die den gewünschten Business Impact bringen, ist ihm am wichtigsten. Er will seinen Beitrag leisten, damit die Post bestmöglich von den technologischen Fortschritten profitieren kann.
Er hat einen Master in Business Administration und hat sich seine Programmierkenntnisse autodidaktisch angeeignet.

KI im Unternehmen erfolgreich etablieren: Ein Fallbeispiel
Lukas Fuchs (Produkt Manager, Die Mobiliar)

Das Nutzenversprechen von künstlicher Intelligenz und maschinellem Lernen ist gross, den Mehrwert tatsächlich zu realisieren stellt uns jedoch vor einige Hürden. Auch der Prozess wie man ein Anwendungsfall erarbeitet und Anforderungen aufnimmt verläuft etwas anders als gewohnt. Anhand eines Fallbeispiels mit Onlinetrackingdaten von Scout24 wird aufgezeigt wie man aus einer Datenexploration zu Anforderungen kommt, wie ein Anwendungsfall erarbeitet werden kann und wie dieser schlussendlich integriert und in die Produktion überführt wird. Zudem teilen wir unsere Learnings aus der Etablierung der Disziplin „Data Science“ im Unternehmen.

Lukas startete 2017 einem kleinen Team als erster Business Analyst für kognitive Technologien und bildete die Schnittstelle zwischen Fach und Data Scientisten. Das Team exploriert Daten, entwickelt Modelle und integriert AI&ML Microservices in den Kernapplikationen der Mobiliar. Unter dem Motto „Data-driven value creation“ etablieren Sie gemeinsam die Disziplin Data Science & Analytics innerhalb der Mobiliar. Heute leitet er das Analytik Program der Mobiliar mit sieben funktionsübergreifenden, agilen Teams.

Die Datenbrille: Wie Analytics eine neue Sichtweise auf etablierte Prozesse ermöglicht
Tamara Hofer (Head Analytics, CSS Versicherungen)
29-januar-2020

Vergangene Veranstaltung | 29. Januar 2020

Design Thinking – Innovation vom Fliessband?

Innovationsdorf Bern, Wylerringstrasse 36, 3014 Bern

Präsentationen

Gallerie

«Schwein gehabt». Andrea K. arbeitet im Produktmanagement und ist gerade überglücklich. Das neue Produkt übertrifft auch nach einem halben Jahr auf dem Markt die erhofften Verkaufszahlen. Dabei wurde das Produkt «aus dem Bauch» heraus entworfen und lanciert – einfach so. Dies hat im Vorfeld allerdings viele schlaflose Nächte gekostet und Andrea K. ist sich sicher, dass es künftig geordneter zu und her gehen muss. Vielleicht müsste man innovativer sein sowie die Akzeptanz des Produktes schon in einer frühen Phase testen? Bei der nächsten Produktentwicklung möchte Andrea K. diese Aspekte berücksichtigen. Aber wie?

Design Thinking ist ein Innovationsansatz zum Lösen von Problemen und zur Entwicklung neuer Ideen, Produkte und Dienstleistungen, der die Kundenbedürfnisse in den Mittelpunkt stellt. Design Thinking wird immer populärer und ist bei Firmen wie Migros, SBB, Swisscom, Post, UBS, AXA, Procter & Gamble, Airbnb, Google, ewz und vielen anderen im Einsatz.

In unserem Nachmittags-Workshop erlebt ihr hautnah die Methoden und das Mindset von Design Thinking. In den Abend-Präsentationen wird dann Design Thinking kritisch beleuchtet – wo funktioniert es und wo nicht? Und beim anschliessenden Apéro bleibt genug Zeit für den Austausch über das Erlebte und Gehörte.

Workshop

Design Thinking erleben

Daniela Maag-Biri (Projektleiterin Innovationsmanagement, ewz) & Chris Wolf (Consultant und Trainer, SwissQ)

In diesem Workshop durchlauft ihr alle Schritte des Design-Thinking-Prozesses und gestaltet in kleinen Teams mit viel Empathie und Spass kreative und nutzerzentrierte Lösungen für Herausforderungen.

Daniela ist seit 2013 zuständig für die Etablierung der Innovationskultur bei ewz. Sie betreut die ewz-Innovationscommunity, organisiert Events, führt Workshops und Schulungen durch und setzt selbst Projekte um oder coacht Innovationsprojekte. Design Thinking ist eine ihrer meistgenutzten und auch -geschätzten Methoden.

Chris ist seit 2014 Consultant bei SwissQ und war bei verschiedenen Kunden im Requirements Engineering und Testing im agilen Umfeld tätig. Er hält ausserdem Trainings und Workshops in Requirements Engineering, Human-centered Design und Design Thinking.


Präsentationen

Pulse – Wie eine Mitarbeiterumfrage nur ganz anders

Angela Haas (Professional Inventor & Human Centered Design Expert, Creaholic)

Kunden und die eigenen Mitarbeitenden zu verstehen ist keine einmalige Sache. Das Verstehen der Nutzer fängt weit vor der Entwicklung eines Produktes an. Mit Hilfe von Design Thinking verstehen wir die Stakeholder und deren unterschiedliche Bedürfnisse besser. Die ersten Prototypen und Piloten schärfen die Anforderungen und dann „Tadaa“: die Implementierung. Wer hier aufhört vergibt sich die Möglichkeit sein Produkt sukzessiv weiter zu entwickeln, besser zu machen und näher an die Menschen zu bringen.

Angela unterstützt Organisationen bei der Transformation zu einer Innovationskultur. Ihre Schwerpunkte sind kreative Strategien im Umgang mit komplexen Herausforderungen der Gesellschaft und Organisationen sowie Human-Centered Design in der Unternehmensführung. Sie steht für eine Arbeitsweise auf Augenhöhe in Verbindung mit einer agilen und menschenzentrierten Denkhaltung. Im Mai 2017 wechselte sie von Swisscom AG zu Creaholic SA und ist dort seit Juni 2019 Partnerin. Bevor sie in die Schweiz zog, trieb sie bei der Berliner Managementberatung Partake massgeblich die unternehmerische Ausrichtung auf Design Thinking voran.

Mit Volldampf in den Design-Thinking-Overkill? Ein kritischer Blick auf die Methoden in der Zusammenarbeit

Matti Straub-Fischer (Berater, Unternehmer & Helikopterpilot, 7 Generations & KaosPilots Switzerland)

In der IT-Welt ist heute Design Thinking omni-präsent. Es wird gescrummt, holokratisch um Rollen gefightet und gesprintet wie wild. Und obwohl die Design-Thinking-Trainings gepusht werden, stellt sich die Frage: Wie gesund und hilfreich ist dieser Ansatz für unsere Zusammenarbeit? Und wo braucht es vielleicht etwas anderes? Matti beleuchtet Design Thinking in Informatik und anderen Unternehmenskontexten und zeigt auf, wo sich dies lohnt und wo die Risiken und Gefahren der Methode liegt. Sonst wird Design Thinking nur eine Pseudo-Massnahme, welche die Probleme verschiebt, sie aber nicht wirklich anpackt und löst.

Matti ist seit 25 Jahren als Berater und Unternehmer unterwegs. Er leitet die Beratungsfirma 7 Generations und initiierte das Innovationsdorf Bern, wo heute rund 50 Organisationen unter einem Dach zusammen arbeiten und lernen. Matti arbeitet seit vielen Jahren mit Selbst-Organisation und -Verantwortung und unterstützt Unternehmungen auf gleicher Augenhöhe zusammenzuarbeiten, so dass alle Stimmen zählen. 2010 gründete er die KaosPiloten-Schule Schweiz mit einem externen Klassenzimmer in Cape Town, Südafrika, wo er ganzheitliches Unternehmertum vermittelt.